Amtsgeheimnisse - Der Gemeindebund-Podcast

#52 „Digitalisierung wird Gemeinschaft nie ersetzen“ - mit Staatssekretär Alexander Pröll

Episode Summary

In dieser Folge von „Amtsgeheimnisse – der Gemeindebund-Podcast“ spricht Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl mit Staatssekretär Alexander Pröll darüber, wie die Verwaltung digitaler, effizienter und gleichzeitig menschlich bleiben kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Daten dort verfügbar gemacht werden können, wo sie gebraucht werden. Gleichzeitig geht es um Datenschutz, digitale Souveränität und die Bedeutung persönlicher Anlaufstellen vor Ort. In dieser Folge von „Amtsgeheimnisse“ geht es unter anderem um: -Digitale Verwaltung der Zukunft: Wie Bund, Länder und Gemeinden ihre Zuständigkeiten klarer regeln und Verwaltungswege vereinfachen können. -ID Austria: Welche Rolle die digitale Identität künftig spielen soll – von Amtswegen über digitale Ausweise bis hin zu möglichen Anwendungen in der Privatwirtschaft. -Vernetzte Register und Datenmanagement: Wie Datensilos aufgebrochen werden sollen, damit Bürgerinnen und Bürger Informationen nicht immer wieder neu angeben müssen. -Künstliche Intelligenz in der Verwaltung: Welche Potenziale KI für effizientere Abläufe, bessere Services und die Entlastung von Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern bietet. -Digitale Teilhabe und persönliche Betreuung: Warum digitale Angebote ausgebaut werden sollen, analoge Wege aber weiterhin wichtig bleiben. -Gemeindekooperation und Gemeindedatenplattform: Wie gemeinsame Datenstandards und die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden neue Möglichkeiten eröffnen. -Rechenzentren und digitale Souveränität: Warum digitale Infrastruktur, Energieversorgung und europäische Unabhängigkeit zentrale Zukunftsthemen sind. -Informationsfreiheit und Bürokratieabbau: Wie digitale Werkzeuge und KI dabei helfen könnten, Informationsanfragen effizienter zu bearbeiten. -Digitalisierung im ländlichen Raum: Welche Chancen digitale Lösungen bieten und warum das persönliche Miteinander im Dorf dennoch unersetzlich bleibt.

Episode Notes

Wie kann die Verwaltung digitaler, effizienter und gleichzeitig menschlich bleiben? In dieser Folge von Amtsgeheimnisse – der Gemeindebund-Podcast spricht Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl mit Staatssekretär Alexander Pröll über die Digitalisierung der Verwaltung und ihre Bedeutung für die Gemeinden.

Im Mittelpunkt stehen die ID Austria, die bessere Vernetzung von Verwaltungsdaten und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Auch die geplante Gemeindedatenplattform, digitale Souveränität und der sichere Umgang mit Daten werden diskutiert. Für Alexander Pröll steht fest: „Ohne Daten ist Digitalisierung nichts“. Deswegen plädiert Pröll für eine bessere Datenqualität in einer modernen Verwaltung, mit klar definierten Schnittstellen und einem gemeinsamen Datenmanagement. Ziel ist, dass Bürgerinnen und Bürger Informationen nur einmal angeben müssen und Behörden bereits vorhandene Daten nutzen können – unter Wahrung des Datenschutzes.

Zum Thema ID-Austria sagt der Staatssekretär im Podcast-Gespräch: „Die ID Austria ist die zentrale digitale Entrypoint für die Verwaltung.“ Demnach soll die digitale Identität zum zentralen Zugang für Verwaltungsleistungen werden. Pröll spricht über die Weiterentwicklung der ID Austria, zusätzliche digitale Services und das Ziel, Amtswege einfacher und zugänglicher zu gestalten. Parallel zur digitalen Welt, verweist Pröll auf kostenlose Workshops zur digitalen Kompetenz und die Bedeutung persönlicher Unterstützung für jene, die digitale Services nicht nutzen können oder wollen.

Und wie sieht es mit den Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz aus? „Ich bin prinzipiell ein Optimist und sage, wir sollten uns auf die Chancen fokussieren und natürlich bei den Risiken schauen, dass wir es managen.“ KI kann laut Pröll helfen, wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren, die Produktivität zu steigern und angesichts knapper Personalressourcen neue Handlungsspielräume zu schaffen. Gleichzeitig braucht es einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken und Regulierung.

Aufhorchen lässt der Staatssekretär mit seinem Plädoyer für die Gemeinschaft in einer immer stärker digitaler werdenden Welt: „Eine Gemeinde, ein Ort lebt sehr stark davon, dass man sich irgendwo zusammenkommen kann und auch austauschen kann. Das wird es niemals ersetzen in Digitalisierung“, sagt Alexander Pröll. Für Pröll bedeutet Fortschritt nicht, sämtliche Lebensbereiche zu digitalisieren. Digitale Lösungen können Angebote sichern und Abläufe erleichtern, sollen aber das soziale Miteinander in den Gemeinden nicht ersetzen.

Ein wichtiger Schwerpunkt des Gesprächs ist auch die geplante Gemeindedatenplattform. Dafür wurden acht Millionen Euro für die kommenden drei Jahre seitens des Bundes zugesprochen. Das Vorhaben soll bessere Datengrundlagen und gemeinsame Standards schaffen, um die Zusammenarbeit zwischen Österreichs Gemeinden zu erleichtern. Langfristig sollen Verwaltungsprozesse effizienter werden, während die Eigenständigkeit und Identität der einzelnen Gemeinden erhalten bleiben.